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#heiner müller
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Trying to make the most of a difficult situation!

Studying Der Lohndrücke by Heiner Müller for an essay on East Germany. And when the weather is nice in Wales, regardless of the lockdown, I have a beautiful garden to sit in.

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https://www.instagram.com/p/B_SSRRFhEb6/

ARTxLIT:  Heiner Müller x  John Everett Millais

I am Ophelia. She who the river could not hold. […] I set fire to my prison. I throw my clothes into the fire. I dig the clock which was my heart out of my breast. I go onto the street, clothed in my blood. 

 Heiner Müller, Hamletmachine.
— 
Ophelia by John Everett Millais (1852)

existential-celestial
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Η Αποστολή, Heiner Müller

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Διαφορά της δημοκρίτειας και επικούρειας φυσικής φιλοσοφίας, Karl Marx

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Heiner Müller, Mommsens Block
Entschuldigen Sie/ Professor/den bitteren Tonfall/ Die Universität/ benannt nach Humboldt/ vor der sie wieder auf Ihrem Sockel stehen/ lange nach Ihrem Tod/ wird freigeschaufelt gerade jetzt/ vom vermuteten Unrat des neuen/ Köhlerglaubens/ nicht für Grafen und Barone/ Gestern/ beim Essen in einem Nobelrestaurant/… Zwei Helden der Neuzeit speisten am Nebentisch/ Lemuren des Kapitals/ Wechsler und Händler/ Und als ich ihrem Dialog zuhörte/ gierig/ nach Futter/ für meinen Ekel am Heute und Hier…/ Fünf Straßen weiter/ wie die Sirenen andeuten/ schlagen die Armen/ auf die Ärmsten ein/ Und als die Herren/ privat werden/ Zigarren und Kognak -/ strikt nach dem Lehrbuch der politischen Ökonomie des Kapitalismus… Tierlaute/ Wer wollte das aufschreiben/ Mit Leidenschaft/ Hass lohnt nicht/ Verachtung läuft leer -/verstand ich zum ersten Mal Ihre Schreibhemmung/ Genosse Professor
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Heiner Müller, from Hamletmachine.
I set fire to my prison. I throw my clothes into the fire. I dig the clock which was my heart out of my breast. I go onto the street, clothed in my blood.
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Heiner Müller spricht 1981 von dem “Alptraum, dass die Alternative Sozialismus oder Barbarei abgelöst wird durch die Alternative Untergang oder Barbarei. Das Ende der Menschheit als Preis für das Überleben des Planeten."Solche Schreckensvisionen waren in den siebziger Jahren noch weitgehend unbekannt und erweiterten nun den Gesichtskreis der DDR-Literatur über sich selbst hinaus auf existentielle Probleme der Gattung Mensch schlechthin. Abschied von der Utopie, Apokalypse als Alternative? Ohne Zweifel hatte sich der Widerspruch der Utopie zur Lebenspraxis stets vergrößert, dabei ist die eigene Haltung realistischer geworden und Skepsis gewinnt zunehmend an Boden.

HEINER MÜLLER, "Nachtstück”

“Auf der Bühne steht ein Mensch. Er ist überlebensgroß, vielleicht eine Puppe. Er ist mit Plakaten bekleidet. Sein Gesicht ist ohne Mund. Er betrachtet seine Hände, bewegt die Arme, probiert seine Beine aus. Ein Fahrrad, von dem Lenkstange oder Pedale oder beides oder Lenkstange, Pedale und Sattel entfernt worden sind, fährt von rechts nach links schnell über die Bühne. Der Mensch, der vielleicht eine Puppe ist, läuft hinter dem Fahrrad her. Eine Schwelle fährt aus dem Bühnenboden. Er stolpert darüber und fällt. Auf dem Bauch liegend, sieht er das Fahrrad verschwinden. Die Schwelle verschwindet von ihm ungesehn. Wenn er aufsteht und sich nach der Ursache für seinen Sturz umsieht, ist der Bühnenboden wieder glatt. Sein Verdacht fällt auf seine Beine. Er versucht sie sich im Sitzen auszureißen, in der Rückenlage, aus dem Stand. Die Ferse am Gesäß, den Fuß mit beiden Händen packend, reißt er sich das linke Bein aus, dabei aufs Gesicht gefallen in der Bauchlage das rechte. Er liegt noch auf dem Bauch, wenn das Fahrrad von links nach rechts langsam an ihm vorbei über die Bühne fährt. Er bemerkt es zu spät und kann es kriechend nicht einholen. Sich aufrichtend und seinen schwankenden Rumpf mit den Händen abstützend, macht er die Entdeckung, daß er seine Arme zur Fortbewegung gebrauchen kann, wenn er den Rumpf in Schwung bringt, nach vorn wirft, mit den Händen nachgreift usw. Er übt eine neue Gangart. Er wartet auf das Fahrrad, erst am rechten, dann am linken Portal. Das Fahrrad kommt nicht. Der Mensch, der vielleicht eine Puppe ist, reißt sich, den rechten mit der linken und den linken mit der rechten Hand, gleichzeitig beide Arme aus. Hinter ihm fährt bis in Kopfhöhe die Schwelle aus dem Bühnenboden, diesmal, damit er nicht fällt. Vom Schnürboden kommt das Fahrrad und bleibt vor ihm stehen. An die kopfhohe Schwelle gelehnt, betrachtet der Mensch, der vielleicht eine Puppe ist, seine Beine und Arme, die weit verstreut auf der Bühne herumliegen, und das Fahrrad, das er nicht mehr gebrauchen kann. Er weint mit jedem Auge eine Träne. Zwei Beckett-Stachel in Augenhöhe werden von rechts und links hereingefahren. Sie halten am Gesicht des Menschen, der vielleicht eine Puppe ist, er braucht nur den Kopf zu wenden, einmal nach rechts, einmal nach links, den Rest besorgt der Stachel. Die Stachel werden hinausgefahren, jeder ein Auge auf der Spitze. Aus den leeren Augenhöhlen des Menschen, der vielleicht eine Puppe ist, kriechen Läuse und verbreiten sich schwarz über sein Gesicht. Er schreit. Sein Mund entsteht mit dem Schrei.”

In der Pantomime des “Nachtstücks” fasst Heiner Müller noch einmal  alle Figuren der Selbstzerstörung, Fragmentierung und verzweifelten Trauer aus seinem Theaterstück “Germania Tod in Berlin” (1977) zusammen: “Der Mensch, der vielleicht eine Puppe ist”, zerstückelt sich im Verlauf der Szene selbst. Am Ende werden ihm − unter explizitem Verweis auf Samuel Beckett − die Augen ausgestochen. Die groteske Selbst-Demontage ist perfekt.

Aus: Paul Kroker, Vorwärts und nicht vergessen - Ein halbes Jahrhundert Literatur der DDR  (2009), S.76f

kunst-kultur
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Zehn Jahre war er ausgesetzt auf einer Insel, verstoßen von seinen Gefährten wegen einer stinkenden Wunde: Philoktet ist der vielleicht unheldenhafteste aller griechischen Helden, ein Vergessener und Aussätziger. Odysseus, der ihn vom Kampf gegen Troja ausgeschlossen hat, soll ihn jetzt nach zehn Jahren Krieg zurückholen. Denn nur dann können die Griechen den Krieg gewinnen. Dabei war es eine Koalition der Unwilligen, die auf Seiten der Griechen in den trojanischen Krieg zog. Schon die Überfahrt nach Troja stand unter keinem guten Stern: Bei einem Opferdienst an die Götter wurde Philoktet von einer giftigen Schlange ins Bein gebissen. Die Wunde färbte sich schwarz, seine Schreie störten das vorgeschriebene Schweigen bei den Opfer-Ritualen. Nach seiner Verstoßung blieb Philoktet allein mit seinem Bogen und seinem verwesenden Bein auf der Insel zurück, ein lebender Toter. Der Feldzug gegen Troja entwickelte sich unterdessen zum Desaster. Ein Seherspruch besagte, dass der Krieg nur gewonnen werden könnte, wenn Philoktet mit seinem Bogen zurückgeholt würde. Nun soll also der Aussätzige und Ausgesetzte wieder in die Gemeinschaft integriert werden – eine heikle Mission. Für die Rückgewinnung des Philoktet ersinnt Odysseus eine List. Er nimmt auf diese Reise einen Gehilfen mit, der ihn fast ebenso sehr hasst, wie Philoktet es tut: Neoptolemos, den Sohn Achills, den er um sein Erbe – die Waffen seines Vaters – betrogen hat. Hass soll das Band sein, das Philoktet mit Neoptolemos und der griechischen Sache verbindet – Hass gegen ihn, Odysseus, der ihren Hass auf sich instrumentalisiert für den Krieg gegen die Troer. Denn darin besteht seine einzige Bedingung: Ihre Rache an ihm sollen sie so lange aufschieben, bis der Kampf um Troja gewonnen ist…
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MÜLLER: […] Stücke zu schreiben ist eine motorische Tätigkeit. Ich kann zum Beispiel einen Dialog nicht im Sitzen schreiben. Ich muß herumgehen. Ich habe neulich einen Text über Shakespeare gelesen, in dem der Autor sich wundert, wie das Gehirn von Shakespeare das alles aushalten konnte. Aber man schreibt nicht mit dem Kopf. Man schreibt mit den Füßen. Brecht konnte mit Schnupfen nicht schreiben, weil er dann körperlich gehemmt war. Der Wahnsinn ergibt sich aus der Motorik. In mir läuft ein Motor, der braucht manchmal Auslauf. Das ist alles. Weshalb es so ist, frage ich nicht. Da bin ich mit Goethe einig, der formuliert hat, Gott möge ihn davor bewahren, sich selbst zu erkennen.

ZEIT: Wie kann man die Gesellschaft verändern, ohne sich selbst zu kennen?

MÜLLER: Wer sagt denn, daß ich die Gesellschaft verändern möchte? Wenn ich schreibe, möchte ich schreiben, sonst gar nichts, zu welchem Zweck, interessiert mich nicht. Die Sinnfrage ist eine Dekadenzerscheinung. Ich schreibe, um schlafen zu können. Ich habe keine Schlafstörungen, weil ich meine Texte als Schlafmittel benutze. Ich merke mir, was ich geschrieben habe, und wiederhole es in Gedanken, wenn ich einschlafen möchte. Da das mit alten Texten nicht funktioniert, muß ich ab und zu etwas Neues schreiben.

Heiner Müller, Interview in der ‘ZEIT’ 1987

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MÜLLER: Man kann die Nachwelt auch in der Vergangenheit haben.

SPIEGEL: Wie das?

MÜLLER: Jeder neue Text steht in Beziehung zu einer ganzen Menge ältern Texten, von anderen Autoren, und verändert auch den Blick auf sie. Mein Umgang mit alten Stoffen und Texten ist auch ein Umgang mit der Nachwelt. Es ist, wenn sie so wollen, ein Dialog mit Toten.

Heiner Müller, Interview im ‘Spiegel’ 1983

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‘Mir hat einmal die Frau eines Kulturdezernenten […] vorgeworfen, was ich schreibe, sei alles so trostlos. Darauf habe ich geantwortet, ich sei nicht zuständig dafür, sie zu trösten. Darüber war sie verbittert.’

Heiner Müller, Interview in der ‘ZEIT’ 1987

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